Informatikunterricht in Zeiten der Digitalisierung

Die Bedeutung des Informatikunterrichts für die allgemeine Bildung sowie für die Entwicklung des algorithmischen Denkens wird immer besser verstanden. In der Schweiz hat die Informatik sowohl im Lehrplan 21, als auch im plan d'études romand und piano di Studio della scuola dell’obbligo ticinese einen festen Platz, ebenso wie in den schweizweiten Rahmenlehrplänen des Gymnasiums.

Unsere Philosophie

Im Vordergrund dürfen dabei nicht kurzlebiges Wissen über den Umgang mit dem Computer und das Bedienen von speziellen Softwarepaketen stehen, sondern das Problemlösen und damit einhergehend die Vermittlung algorithmischer und lösungsorientierter Ansätze sowie des—gerade in Zeiten der Generativen KI—immer wichtiger werdenden kritischen Denkens.

Ein Spiral-Curriculum

Ein Informatikunterricht, der sich über die gesamte Schulzeit erstreckt, erlaubt es, die zentralen Konzepte vertiefend zu betrachten.

Didaktischer Grundgedanke

Nach unserem Grundkonzept unterrichten wir nicht die fertigen Produkte der Wissenschaft (wie Fakten, Modelle, Methoden und Technologien) und ihre Anwendungen. Unser Anliegen ist es, den SuS die Prozesse der Wissenserzeugung und des Erfindens beizubringen.

Durch Probieren und Experimentieren erleben sie den ganzen Weg der Expertisenentwicklung – von der Formulierung ihrer Vorstellungen und Hypothesen über die Überprüfung der Hypothesen bis hin zur Erstellung eigener Produkte, welche anschliessend auf ihre Eigenschaften und Funktionalität getestet werden können. Diesen Weg zu gehen, motiviert die SuS und entfaltet ihre Kreativität in hohem Mass.

Darüber hinaus bringt diese Herangehensweise ein tiefes Verständnis für unsere Welt und die Erkenntnisprozesse der Menschen. Didaktisch entspricht dies einer Vertiefung des Konstruktionismus («Lernen durch eigenständiges Handeln») von Jean Piaget und Seymour Papert.

Wirkung

Die Bereicherung kommt dadurch zustande, dass man nicht nur konstruktiv mit dem Einsatz des erworbenen Wissens eigene Ideen umsetzt, sondern dass die Kinder und Jugendlichen selbstständig die Funktionalität dieser Ideen überprüfen und darüber reflektieren und diskutieren. Somit schaffen sie es von sich aus, neue Motivation zu erlangen, um die Funktionalität ihrer Ideen zu verbessern oder zu erweitern. Letztendlich stärkt dies die Fähigkeit der SuS, in neuen Situationen kreativ zu handeln und erfolgreich neue Herausforderungen zu meistern.